Steifer Wind auf dem Zürisee

Am Dienstagabend, 6.6.17, wollten wir die Gelegenheit nützen und an einem der seltenen Segeltage auf dem Zürichsee mit viel Wind und schönem Wetter rausgehen. Der Regattapool vom SCMd hatte Training und lief vor uns aus. Kurz nach der Hafenmole, als der Wind richtig angriff, krängte die Onyx schon sehr stark, sie mussten an der Winkante chätsche.
Da wir das Grosssegel nicht angeschlagen hatten, konnten wir nur die Genua schon im Hafen anschlagen. Es hatte im Hafen zu viel Wind und er kam von achtern, sodass wir das Gross nicht fertig anschlagen konnten.
Wir liefen quer zu den Wellen aus dem Hafen. Die erste Welle schlug schon über Bord und ich war nass. Ölzeug montieren, Stiefel anziehen. Der Wind nahm zu und wir versuchten, gegen den Wind zu fahren und das Gross zu setzen. Wegen der hohen Wellen stampfte die Sprite gehörig, sodass der Motor zweitweise in der Luft war, wenn wir die Welle hinunterfuhren. Es gelang mir nicht, das Gross zügig zu setzen wegen des starken Winds. Der Motor setzte aus und wir segelten ohne Segel quer zu den Wellen, quasi Halbwindkurs. Da wir mitten auf dem See waren, hatten wir Zeit. Nach einer Pause brachte Denis den Motor wieder zum Laufen.
Nun mussten wir uns entscheiden, ob wir unter Motor zurückfahren sollten oder nochmals versuchen wollten, das Gross zu setzen. Wir entschieden uns fürs Segelsetzen, da es mit dem Motor zu riskant war.
Im zweiten Anlauf konnten wir das Gross setzen, der Wind hatte ein bisschen nachgelassen: von 31 auf 22 Knoten, immer noch böig und unstet.
Das erste Reff hatten wir im Hafen schon eingezogen, aber was war zu dicht. Das konnten wir jedoch richten. Sobald das Gross oben war, konnten wir kontrolliert und sicher segeln. Die Genua liessen wir unten.
Der Wind war immer noch sehr böig und blies zwischendurch wieder mit 28 Knoten. Tendenziell liess er jedoch ein bisschen nach.
Nach beinahe zwei Stunden entschlossen wir uns, in sicherer Entfernung des Hafens den Motor anzuwerfen, das Gross zu bergen und wieder reinzufahren. Alles klappte und wir kamen safe and sound wieder im Hafen an.

Fazit:

– Der Motor eignet sich nicht im Sturm oder auf dem Meer, der Schaft ist zu kurz.
– Unter Segeln läuft die Sprite auch bei viel Wind sicher und gut. Wir hatten nie ein schlechtes Gefühl beim Segeln.
– Das Gross muss schon angeschlagen sein bei starkem Wind, sonst klappt es nicht auch wegen des Motors.

Das Foto zeigt, wie wir räumlich segeln, als der Wind nachgelassen hatte. Vorher hatte ich keine Zeit zum Fotografieren und ich wollte nicht riskieren, dass das Telefon ins Wasser fällt – oder ich.

mit erstem Reff

Der Skipper, als sich die Lage ein wenig beruhigt hatte.

Suedwester

 

Das Windprofil vom 6.6.2017. Gerade während der Spitzenwindstärke wollten wir Segel setzen. Von 18.30 bis 20.30 waren wir draussen, auf dem Peak.

Wind 2017-06-07 at 18.29.21

 

Viel Erfahrung gesammelt!